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Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern – Teil 3

 

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen vier weitere Typen von "schwierigen Gesprächspartnern" vor, sowie Möglichkeiten, mit ihnen auch auf eine konstruktive Weise umzugehen.

Es sind:
der Nachtragende
der "Ist mir doch egal"-Typ
der Verschlossene
der Unterbrecher


Der Nachtragende

Der Nachtragende wärmt immer wieder alte "Geschichten" auf und macht sie seinem Gesprächspartner zum Vorwurf. Das macht er vor allem dann, wenn der Andere mit ihm einen aktuellen Konflikt klären möchte. Durch die alte Geschichte lenkt er von der aktuellen Situation ab und versucht die Position des Anderen durch Schuldzuweisungen zu schwächen. Dadurch wird das Konfliktgespräch oft unnötig emotional und schwer lösbar.

Was funktionieren kann ...

"Ich merke, dass du dich noch immer über XY ärgerst. Wenn du willst, können wir gerne anschließend (oder ein anderes Mal) darüber reden. Jetzt möchte ich aber mit meinem Thema weitermachen."
Durch eine klare Ich-Botschaft Feedback geben: "Ich mag es nicht, wenn du solche alte Geschichten auf den Tisch bringst. Es lenkt uns von unserem aktuellen Problem ab."

Was Sie keinesfalls tun sollten ...

Selbst alte Geschichten aufwärmen
Gegenrechnen


Der "Ist mir doch egal"-Typ

Fragt man diesen Menschen um seine Meinung zu einem Thema oder eine anstehende Entscheidung, kommt ein Achselzucken, ein "Wie du meinst", ein "Ist schon ok so" oder ein "Ist mir doch egal. Mach, was du willst".
Dahinter steht manchmal Desinteresse oder Gleichgültigkeit, manchmal die Angst sich festzulegen bzw. die Mitverantwortung für eine Entscheidung zu tragen, manchmal auch unterschwellige Aggression, selten jedoch wirkliche Akzeptanz. Problematisch ist es, wenn dieser Typ "Ja" sagt, aber "Nein" denkt und dadurch die Umsetzung einer Entscheidung verzögert oder gar blockiert.

Was funktionieren kann ...

Ihm klar machen, dass seine Meinung zum Thema wichtig ist und dass man sie berücksichtigen möchte. Ihm auch klarmachen, was es bedeutet, wenn er keinen Beitrag liefert.
Kommt noch immer ein "Mir doch egal" - und man hat selbst einen Vorschlag: Ihm den Vorschlag erklären und fragen, ob er damit einverstanden ist. Kommt wieder ein "Mir egal", nachfragen: "Heißt das: Ja? Ich verlasse mich darauf, dass Ihre Zustimmung auch so meinen". Die Vereinbarung schriftlich als Aktennotiz oder Gesprächsprotokoll festhalten.
Konsequenzen aufzeigen: "Dann müssen Sie unsere Entscheidung auch mittragen."
"Na dann kann man Sie ja auch nicht enttäuschen".


Der Verschlossene

Hinter dem Schweigen des Verschlossenen steckt meist Angst. Die Angst sich zu blamieren, nicht ernst genommen oder ausgegrenzt zu werden, wenn seine Meinung nicht die Zustimmung der Anderen findet. Dabei bleiben oft gute Ideen unaus- gesprochen.

Was funktionieren kann ...

"Ich merke, dass du dazu nichts sagst. Mir ist aber deine Meinung sehr wichtig und ich werde sie respektieren"
"Welchen Grund hast du, dass du dazu nichts sagen willst?"


Was Sie keinesfalls tun sollten ...

Unter Druck setzen: "Jetzt sag doch auch einmal etwas dazu"


Der Unterbrecher

Dieser Typ fällt dem Gesprächspartner ständig ins Wort. Dahinter steckt oft Ungeduld, Intoleranz, unterschwellige Aggression oder einfach Gedankenlosigkeit.

Was funktionieren kann ...

Beim ersten Mal noch tolerieren
Beim zweiten Mal: Ich-Botschaft in bestimmtem, erwachsenen Tonfall:
"Ich will gerne ausreden"
"Ich lasse Sie ausreden und erwarte, dass auch Sie mich ausreden lassen."

Was Sie keinesfalls tun sollten ...

Tolerieren (außer beim ersten Mal)
Du-Botschaft: "Jetzt lassen Sie mich endlich einmal ausreden!"



Diese Reihe wird im nächsten Newsletter mit folgenden Typen abgeschlossen:
Der Abwimmler, der Opportunist, der Jammerer (der alles persönlich nimmt).

 

KULTUhRWERK SALZSTRASSE

INK Institut für Narrative Kunst