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Zukunft gestalten

 

 

Zukunft gestalten – Teil 1

 

Führungskräfte gestalten die Zukunft, ob es ihnen bewusst ist oder nicht.
Sie reagieren, agieren vorausschauend oder stecken im Tagesgeschäft fest und lassen die Dinge laufen. Alles hat Wirkung – ob es eine erfreuliche ist, wird sich zeigen. Auch scheinbar vorausschauendes Agieren ist oft bloß das Fortschreiben der Vergangenheit in die Zukunft. Manchmal gelingt es aber auch, die Ahnung von etwas ganz Neuem zu bekommen und sich auf die Reise zu machen, um es zu realisieren.

Führung als schöpferischer Prozess

Führungskräfte sind laufend gefordert, sich zwischen Gegenwart (aktuelles Tagesgeschäft) und Zukunft (das, was morgen oder in einem Jahr erfolgreiches Tagesgeschäft sein soll) zu bewegen. In der Gegenwart die richtigen Impulse für eine geglückte Zukunft zu setzen ist ein wesentlicher Teil von Führungskunst.

Ich habe den Begriff „Führungs-Kunst“ hier bewusst gewählt, weil Führung oft etwas mit Kunst gemeinsam hat und zwar in dem Sinn, dass durch den Prozess der Führung etwas Neues und Wertvolles geschaffen werden soll.


Variante 1: „Mehr desselben“

Zur Gestaltung von Zukunft wählen Führungskräfte häufig den Weg, auf dem Bisherigen aufzubauen, das Vertraute in die Zukunft zu extrapolieren. Dahinter liegt die Annahme, dass etwas, was bisher erfolgreich war, auch künftig erfolgreich sein wird (ggf. mit leichten Variationen). Das funktioniert auch oft – und man kann vom Prinzip „Mehr Desselben“ recht gut leben. Beispiele dafür gibt es genug in der Musikbranche. Erfolgreich, aber auch irgendwie fad.


Variante 2: „Neuland betreten“

Manchmal sind Menschen erfüllt von der Ahnung von etwas Neuem, noch nicht da gewesenem. Es ist spürbar, aber noch nicht sichtbar. Kommt zu dieser Ahnung auch noch der Wunsch und die Fähigkeit, aus dieser Ahnung eine wahrnehmbare Realität zu schaffen, können geniale Dinge geschehen.

Über Michelangelo gibt es folgende Geschichte (Verfasser unbekannt):

Michelangelo wurde von einer reichen Familie beauftragt, eine Statue von außergewöhnlicher Schönheit zu erstellen.

Er suchte daraufhin nach einem geeigneten Marmorblock. Nach einer ganzen Weile fand er in einer Seitenstraße einen fast vollkommen von Unkraut überwucherten Block, der dort vergessen worden war. Diesen Marmorblock ließ Michelangelo von seinen Arbeitern in sein Atelier bringen.
Dann begann er damit, die Statue des David aus dem Stein zu hauen. Dafür brauchte er zwei ganze Jahre. Und zwei weitere Jahre dauerte es, bis er die Statue durch Schleifen und Polieren fertig stellte.
Als die Statue feierlich enthüllt wurde, waren viele Menschen gekommen, um die unvergleichliche Schönheit des David zu bewundern. Man fragte Michelangelo, wie es ihm denn möglich gewesen war, eine so wunderschöne Statue zu erschaffen.
Der Bildhauer sprach: "Der David war immer schon da gewesen. Ich musste lediglich den überflüssigen Marmor um ihn herum entfernen."



Auf den Spuren von Michelangelo

Auch als Unternehmer oder Führungskraft steht man immer wieder vor der Wahl:
„Mehr desselben“ oder „Suche nach dem Neuen“.

Für Variante 2 findet man in der Geschichte über Michelangelo einige Parallelen zur Führung:
Ein Auftrag (von außen erteilt oder selbst gewählt)
Etwas, in dem dieses Neue (meist im Verborgenen) schon vorhanden ist, wobei zunächst noch gar nicht klar erkennbar sein muss, was oder wie es genau sein wird
Der Mensch, der auf die Suche geht und „den rohen Block“ findet
Werkzeuge
Der Mensch, der die Fähigkeit hat, die Werkzeuge sinnvoll einzusetzen und die Kunstfertigkeit besitzt, das Überflüssige zu erkennen und zu entfernen und damit das Essenzielle herauszuarbeiten


Was ist Ihr „David“ – und wird er Realität?

Ich lade Sie zu einem Reflexions-Experiment ein:

Denken Sie an etwas, was unmittelbar mit Ihnen und Ihrer Arbeit zu tun hat und dem Sie große Bedeutung beimessen, z. B.:
ein Projekt
ein wichtiges Jahresziel
ein strategisches Geschäftsfeld
eine Innovationsidee
ein wichtiges Produkt
eine Ihrer wesentlichen Dienstleistungen
der Unternehmenszweck (Vision / Mission)

Betrachten Sie nun das von Ihnen gewählte Thema als „Rohen Block“ und überlegen Sie dazu:
Was ist das Essezielle darin (Ihr „David“)?
Wie lässt es sich benennen, wie näher beschreiben?
Was ist das Überflüssige, das entfernt werden muss, damit dieses Essenzielle Realität werden kann?
Welche Werkzeuge / Methoden sind dafür erforderlich?
Wie kann ich sie sinnvoll (im richtigen Maß, zum richtigen Zeitpunkt) einsetzen?
Wo stehe ich gerade im schöpferischen Prozess (zu Beginn, bei den groben Bearbeitungsschritten oder schon beim Polieren)?

Diese Betrachtungsweise mag im ersten Moment vielleicht etwas abstrakt wirken, aber sie bietet die Möglichkeit, aus dem üblichen eher logisch orientierten planerischen Denken herauszutreten, das Essenzielle zu erkennen oder besser zu verstehen und damit auch die eigenen Handlungen zu fokussieren.

Dieses Thema wird im Beitrag "Zukunft gestalten – Teil 2: Sinn oder Unsinn von Leitbildern" fortgesetzt.




 

28.10.2007

 

 


Für mich persönlich
 
Zukunft gestalten
 
Konflikte, Krisen & Emotionen
 
Leadership
 
Teamwork
 
Gastbeiträge

 

 

Zukunft gestalten

 

 

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Führungskräfte gestalten die Zukunft, ob es ihnen bewusst ist oder nicht.
Sie reagieren, agieren vorausschauend oder stecken im Tagesgeschäft fest und lassen die Dinge laufen. Alles hat Wirkung – ob es eine erfreuliche ist, wird sich zeigen. Auch scheinbar vorausschauendes Agieren ist oft bloß das Fortschreiben der Vergangenheit in die Zukunft. Manchmal gelingt es aber auch, die Ahnung von etwas ganz Neuem zu bekommen und sich auf die Reise zu machen, um es zu realisieren.

Führung als schöpferischer Prozess

Führungskräfte sind laufend gefordert, sich zwischen Gegenwart (aktuelles Tagesgeschäft) und Zukunft (das, was morgen oder in einem Jahr erfolgreiches Tagesgeschäft sein soll) zu bewegen. In der Gegenwart die richtigen Impulse für eine geglückte Zukunft zu setzen ist ein wesentlicher Teil von Führungskunst.

Ich habe den Begriff „Führungs-Kunst“ hier bewusst gewählt, weil Führung oft etwas mit Kunst gemeinsam hat und zwar in dem Sinn, dass durch den Prozess der Führung etwas Neues und Wertvolles geschaffen werden soll.


Variante 1: „Mehr desselben“

Zur Gestaltung von Zukunft wählen Führungskräfte häufig den Weg, auf dem Bisherigen aufzubauen, das Vertraute in die Zukunft zu extrapolieren. Dahinter liegt die Annahme, dass etwas, was bisher erfolgreich war, auch künftig erfolgreich sein wird (ggf. mit leichten Variationen). Das funktioniert auch oft – und man kann vom Prinzip „Mehr Desselben“ recht gut leben. Beispiele dafür gibt es genug in der Musikbranche. Erfolgreich, aber auch irgendwie fad.


Variante 2: „Neuland betreten“

Manchmal sind Menschen erfüllt von der Ahnung von etwas Neuem, noch nicht da gewesenem. Es ist spürbar, aber noch nicht sichtbar. Kommt zu dieser Ahnung auch noch der Wunsch und die Fähigkeit, aus dieser Ahnung eine wahrnehmbare Realität zu schaffen, können geniale Dinge geschehen.

Über Michelangelo gibt es folgende Geschichte (Verfasser unbekannt):

Michelangelo wurde von einer reichen Familie beauftragt, eine Statue von außergewöhnlicher Schönheit zu erstellen.

Er suchte daraufhin nach einem geeigneten Marmorblock. Nach einer ganzen Weile fand er in einer Seitenstraße einen fast vollkommen von Unkraut überwucherten Block, der dort vergessen worden war. Diesen Marmorblock ließ Michelangelo von seinen Arbeitern in sein Atelier bringen.
Dann begann er damit, die Statue des David aus dem Stein zu hauen. Dafür brauchte er zwei ganze Jahre. Und zwei weitere Jahre dauerte es, bis er die Statue durch Schleifen und Polieren fertig stellte.
Als die Statue feierlich enthüllt wurde, waren viele Menschen gekommen, um die unvergleichliche Schönheit des David zu bewundern. Man fragte Michelangelo, wie es ihm denn möglich gewesen war, eine so wunderschöne Statue zu erschaffen.
Der Bildhauer sprach: "Der David war immer schon da gewesen. Ich musste lediglich den überflüssigen Marmor um ihn herum entfernen."



Auf den Spuren von Michelangelo

Auch als Unternehmer oder Führungskraft steht man immer wieder vor der Wahl:
„Mehr desselben“ oder „Suche nach dem Neuen“.

Für Variante 2 findet man in der Geschichte über Michelangelo einige Parallelen zur Führung:
Ein Auftrag (von außen erteilt oder selbst gewählt)
Etwas, in dem dieses Neue (meist im Verborgenen) schon vorhanden ist, wobei zunächst noch gar nicht klar erkennbar sein muss, was oder wie es genau sein wird
Der Mensch, der auf die Suche geht und „den rohen Block“ findet
Werkzeuge
Der Mensch, der die Fähigkeit hat, die Werkzeuge sinnvoll einzusetzen und die Kunstfertigkeit besitzt, das Überflüssige zu erkennen und zu entfernen und damit das Essenzielle herauszuarbeiten


Was ist Ihr „David“ – und wird er Realität?

Ich lade Sie zu einem Reflexions-Experiment ein:

Denken Sie an etwas, was unmittelbar mit Ihnen und Ihrer Arbeit zu tun hat und dem Sie große Bedeutung beimessen, z. B.:
ein Projekt
ein wichtiges Jahresziel
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ein wichtiges Produkt
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Betrachten Sie nun das von Ihnen gewählte Thema als „Rohen Block“ und überlegen Sie dazu:
Was ist das Essezielle darin (Ihr „David“)?
Wie lässt es sich benennen, wie näher beschreiben?
Was ist das Überflüssige, das entfernt werden muss, damit dieses Essenzielle Realität werden kann?
Welche Werkzeuge / Methoden sind dafür erforderlich?
Wie kann ich sie sinnvoll (im richtigen Maß, zum richtigen Zeitpunkt) einsetzen?
Wo stehe ich gerade im schöpferischen Prozess (zu Beginn, bei den groben Bearbeitungsschritten oder schon beim Polieren)?

Diese Betrachtungsweise mag im ersten Moment vielleicht etwas abstrakt wirken, aber sie bietet die Möglichkeit, aus dem üblichen eher logisch orientierten planerischen Denken herauszutreten, das Essenzielle zu erkennen oder besser zu verstehen und damit auch die eigenen Handlungen zu fokussieren.

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28.10.2007

 

 

 

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