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Zukunft gestalten – Teil 8: Erfolgsfaktoren

 

Auch wenn ein Visionsprozess sinnvoll erscheinen mag, so lauern auf dem Weg meistens Widerstände und Fallgruben, die den Prozess zum Scheitern bringen können. Deshalb möchte ich zum Abschluss der Reihe „Zukunft gestalten“ einige wichtige Erfolgskriterien zusammenfassen.


Aus der Vision wird Realität

In der Praxis haben sich einige Kernelemente herauskristallisiert, die einen maßgeblichen Einfluss darauf haben, ob ein Visionsprozess gelingt, d.h.: dass nicht nur ein Visionsbild kreiert, sondern dass dieses auch in die Realität umgesetzt wird:

Egal welchen Einführungsprozess man wählt: Es ist wichtig, den Mitarbeitern die Bedeutung und den Nutzen des Prozesses wirklich deutlich zu machen.
Es muss im Unternehmen eine Kultur geben, die „Spinnen“ zulässt
Professionelles Projektmanagement
Es muss die erste und zweite Führungsebene von Beginn an eingebunden sein und diesen Prozess bejahen und fördern. Nichts ist schädlicher, als wenn Top-Führungskräfte in informellem Kreis zynische Sprüche lassen wie etwa „Wir haben ja Gott sei Dank sonst nichts Wichtigeres zu tun“
Keine zu große Hoffnung, dass alle Mitarbeiter enthusiastisch mitmachen:
Es reicht, wenn sich eine kritische Masse darauf einlässt.
Vorsicht vor all zu idealistischen Formulierungen, die in der Praxis kaum zu halten sind. Vor allem dann nicht, wenn die Regelverletzungen aus Geschäftserfordernissen von der Führung häufig erfolgen muss – denn das fördert bei den Mitarbeitern Frust und mindert die Glaubwürdigkeit der Führung und des Leitbildes.
Alle Punkte der Vision bzw. des Leitbildes sollen in ihrer Summe schlüssig und für die Mitarbeiter verständlich und nachvollziehbar sein.
Die Führungskräfte müssen hinter der Vision bzw. dem Leitbild stehen und die darin verkörperten Werte und Grundsätze (weitgehend) auch selbst leben
Gutes Umsetzungsmanagement in jedem einzelnen Unternehmensbereich
Im Unternehmen sollte das Leitbild bereichsweise periodisch (z.B. einmal jährlich) diskutiert werden. Dabei wird deutlich, wie die Umsetzung vorankommt und wo sich Unerwünschtes eingeschlichen hat. Für Mitarbeiter, die neu eingetreten sind, ist hier eine gute Chance, in einen laufenden Prozess einzusteigen.
Wichtig ist die Kommunikation von Umsetzungserfolgen („Es hat Wirkung.
Der Aufwand hat sich gelohnt!“). Ohne diese regelmäßigen Feedbackschleifen besteht die große Gefahr, dass das Leitbild gleich nach dem Druck in Schubladen verschwindet und ein schaler Nachgeschmack bei denen bleibt, die sich wirklich etwas davon versprochen hatten.
Zu vermeiden ist auch ein „Workshop-Overkill“. Eine gute Integration des Prozesses in den Unternehmensalltag ist wichtig, damit einerseits die Erfordernisse des operativen Geschäfts den Prozess nicht abwürgen und andererseits das Unternehmen vor lauter Prozess das aktuelle Geschäft nicht vernachlässigt.


Fazit

Wenn der Prozess schlecht läuft, verschwindet das Leitbild in der Schublade oder es wird (auch von der Führung) laufend dagegen verstoßen. Dann wurden viel Zeit, Energie und Geld sinnlos vergeudet, Hoffnungen der Motivierten und Engagierten enttäuscht und die zynischen Pessimisten bestätigt, die es schon immer gewusst haben, „dass dieser abgehobene Schwachsinn nichts bringt“.

Geht man hingegen den visionären Weg engagiert und konsequent, so kann eine kollektive Kraft im Unternehmen entstehen, die zu unternehmerischem Erfolg und zum individuellen Erfolg der Mitarbeiter erheblich beiträgt.



„Zukunft gestalten“ ist auch ein wesentlicher Bestanteil des Lern-Gangs „Personal Mastery – Sinnerfüllte Arbeitswelten“, der bereits drei Mal erfolgreich stattgefunden hat. Der neue Lerngang startet im September 2008.


 

KULTUhRWERK SALZSTRASSE

INK Institut für Narrative Kunst