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Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern – Teil 2

 

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen drei weitere Typen von "schwierigen Gesprächspartnern" vor, sowie Möglichkeiten, diese auf eine konstruktive Gesprächsschiene zu bekommen.

Es sind:

der Nörgler,
der Provokateur
der Pedant.


Der Nörgler

Der Nörgler ist ein Negativdenker und führt oft den Spruch "Das ist ja alles Sch... hier". Er ist in seinen Aussagen oft unsachlich und abwertend. Er sieht ziemlich eindimensional nur das, was ihn stört bzw. was nicht gut läuft. Dabei gibt er meist den Anderen, der Firma, der Gesellschaft etc. die Schuld, weist aber die eigene Verantwortlichkeit zurück. Hintergrund ist oft eine pessimistische Grundhaltung, eine Unzufriedenheit mit seiner Situation oder ein starkes Geltungsbedürfnis, das er auf konstruktive Weise nicht befriedigen kann.

Was funktionieren kann ...

Schritt 1: Widerspiegeln und nachfragen: "Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann meinen Sie ... Wie meinen Sie ... genau?"
Schritt 2: Ihn aus dem Problem-Denken herausholen und zum lösungsorientierten Denken führen: "Was müsste sich verändern?"
Schritt 3: Ihn mit ins "Boot der Verantwortung" holen: "Was kannst DU dazu beitragen, dass sich ... verbessert?"
Wenn das nichts nützt, dann ist eine klare Grenze zu setzen: "Erzähl uns nicht dauernd, warum es nicht geht, sondern hilf uns nachzudenken, was wir tun müssten, damit es geht!"
Nach mehreren Einladungen zum Konstruktiven: "Alles kommt von dir nur negativ herüber. Das stört wirklich!"
Falls er beleidigend wird: "Stop! Das geht jetzt wirklich zu weit! Diesen Ton akzeptiere ich nicht." d.h.: Ich-Botschaft in bestimmtem, erwachsenen Tonfall

Was Sie keinesfalls tun sollten ...

Du-Botschft: "Jetzt hör endlich zu meckern auf!"
Ignorieren
Mitschimpfen
Nicht ernst nehmen: "Das ist doch hier völlig unwichtig"


Der Provokateur

Der Provokateur ist dem Nörgler ähnlich, allerdings mischt sich in seine Angriffe oft Zynismus und Gehässigkeit. Er möchte Veränderung erreichen, testet aber auch gerne die Grenzen und die Standfestigkeit seines Gegenübers aus.

Was funktionieren kann ...

Die Provokation überhören / ignorieren, d.h.: ihm nicht auf sein beabsichtigtes Spiel einsteigen
Falls er beleidigend wird: Ich-Botschaft in bestimmtem, erwachsenen Tonfall: "Stop! Das geht jetzt wirklich zu weit! Diesen Ton akzeptiere ich nicht."
Nachfragen: "Was ist die positive Absicht hinter Ihrer zynischen Bemerkung? Was wollen Sie damit Konstruktives erreichen?"

Was Sie keinesfalls tun sollten ...

Sich ärgern, einschüchtern lassen
Mit Gegenprovokation oder Zynismus antworten (das reizt den Anderen zum Wettkampf: Wer ist der bessere Zyniker?)


Der Pedant

Der Pedant ist pingelig, mit einer übertriebenen Gründlichkeit versessen auf das Detail. Er hält sich mit Kleinigkeiten auf, beruft sich oft auf Formalismen, kommt auf bereits behandelte Punkte immer wieder zurück und hält damit Prozesse oft erheblich auf. Pedanterie kann unterschiedliche Hintergründe haben: hohe Qualitätsansprüche, Geltungsbedürfnis bzw. Profilierungsstreben, Zwanghaftigkeit (mit der Unfähigkeit, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden), Angst vor Entscheidungen bzw. ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis, um nur ja nichts falsch zu machen.

Was funktionieren kann ...

Selbst eine Kurzzusammenfassung der bisherigen Ausführungen des Anderen machen, d.h.: Es auf den Punkt bringen ("Die Kernpunkte Ihrer Ausführungen habe ich folgendermaßen verstanden: ...")
Klarlegen, dass bestimmte Punkte definitiv abgearbeitet bzw. erledigt sind
Ihn nach seiner konstruktiven Absicht fragen, wenn er so ins Detail geht
Ggf. in Form einer Ich-Botschaft vermitteln, welche negativen Auswirkungen das pedantische Verhalten des Anderen hat: "Ich fürchte, dass wir mit wichtigen Punkten nicht weiter kommen, wenn wir uns hier zu sehr ins Detail begeben"

Was Sie keinesfalls tun sollten ...

Ignorieren
Nicht ernst nehmen: "So genau wollen wir es doch gar nicht wissen"



Diese Reihe wird im nächsten Newsletter fortgesetzt.

 

KULTUhRWERK SALZSTRASSE

INK Institut für Narrative Kunst