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Vielleicht ist das alles nur ein böser Scherz

 

In einem Cartoon vom Typus „verkehrte Welt“ blicken zwei überdimensionale Ratten in weißen Labormänteln auf eine Versuchsanordnung, in der an einem Schreibtisch ein hektischer, schwitzender Manager sitzt. Die eine Ratte sagt zur anderen: „Jetzt lassen wir mal den Umsatz sinken und messen dann seine Stress-Symptome“. Ähnlichkeiten mit der aktuellen Finanzkrise sind rein zufällig.


Prophezeiungen, die sich selbst erfüllen

Vielleicht ist die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise auch nur Teil eines bizarren „Experiments“? Bizarr ist es allemal, wie „Schreckensmeldungen“ in den Medien zu Panik führen, aus der Panik heraus völlig hirnlose Aktionen gestartet werden, deren negative Auswirkungen dann wieder als Schreckensmeldung in den Medien zu sehen sind. Eine sich selbst verstärkende Spirale nach unten – wie auch in folgender Geschichte:

Die Prophezeiung

Ein Mann lebte am Straßenrand und verkaufte heiße Würstchen.
Er war schwerhörig, deshalb hatte er kein Radio. Er sah schlecht, deshalb las er keine Zeitung. Aber er verkaufte köstliche heiße Würstchen.
Das sprach sich herum und die Nachfrage stieg von Tag zu Tag.
Er kaufte einen größeren Herd, musste immer mehr Fleisch und Brötchen einkaufen. Er holte seinen Sohn von der Universität zurück, damit er ihm half.
Aber dann geschah etwas...
Sein Sohn sagte: „Vater, hast du denn nicht Radio gehört? Eine schwere Rezession kommt auf uns zu. Der Umsatz wird zurückgehen. Du solltest nichts mehr investieren!“
Der Vater dachte: "Mein Sohn hat studiert. Er schaut Fernsehen, hört Radio, liest Zeitung. Der muss es wissen.“
Also verringerte er seine Fleisch- und Brötcheneinkäufe, sparte an der Qualität des Fleisches. Er verringerte seine Kosten, indem er keine Werbung mehr machte. Und das Schlimmste: die Ungewissheit vor der Zukunft ließ ihn missmutig werden im Umgang mit seinen Kunden.
Was passierte daraufhin?
Sein Absatz an heißen Würstchen fiel über Nacht.
„Du hattest Recht, mein Sohn“, sagte der Vater, „es steht uns eine schwere Rezession bevor!"

(Quelle: Gerhard Reichel: "Der Indianer und die Grille", S. 21)

 



Optimismus statt Pessimismus

Aus diesem fatalen Kreislauf kann man nur aussteigen, wenn man das eigene Denken ändert. Man kann sich von einer solchen Panikmache anstecken lassen – oder auch nicht. Man kann Gründe finden, warum es schlimm ist (und wahrscheinlich noch schlimmer kommen wird), oder man kann sich darauf konzentrieren, was man selbst aktiv unternehmen kann, um gut klar zu kommen.

Jedes Mal, wenn in mir Unbehagen über neue Hiobsbotschaften aufsteigt und ich beginne, mir Sorgen über die eigene Zukunft zu machen, kann ich gegensteuern, indem ich tief durchatme und anstelle des pessimistischen inneren Dialogs optimistische Gedanken denke, z.B.:

„Ich habe immer genug gute Arbeit – und ich habe immer genug Geld.“

Dabei ist auch die emotionale Gestimmtheit wichtig, d.h. ich muss in meinem Innersten wirklich das Vertrauen empfinden, dass der obige Satz stimmt.

Tatsächlich ist es wahrscheinlicher, dass ich immer genug gute Arbeit und immer genug Geld habe, wenn ich so denke, als wenn meine Gedanken geprägt sind von „Jetzt bricht alles zusammen. Es ist nur eine Frage, wann es mich auch erwischt.“

Wenn ich mit einem Kunden zusammentreffe, der selbst Angst hat, werde ich mit der pessimistischen Denkhaltung möglicherweise in ein gemeinsames Krankjammern verfallen. Am Ende des Gesprächs bleibt bei beiden die Erkenntnis: „Wenn der es auch sagt, wird es schon stimmen.“

Begegne ich dem Kunden aber mit einer optimistischen, vertrauensvollen inneren Haltung, strahle ich Gelassenheit, Sicherheit, Vertrauen und Nervenstärke aus.
Auch wenn der Kunde aus seiner Verunsicherung heraus heute kein Geschäft mit mir abschließen will, wird möglicherweise in seinem Gedächtnis hängen bleiben, dass er mit mir auch in einer schwierigen Zeit ein wirklich gutes Gespräch geführt hat, mit einem Menschen, der auch in der Krise einen kühlen Kopf und Optimismus bewahrt hat. Vielleicht bin ich der erste, den er anspricht, wenn der Auftrag doch zu vergeben ist.

Außerdem gibt es auch in schwierigen Zeiten genügend Geschäftsmöglichkeiten. Diese werde ich mit der optimistischen Haltung eher finden, weil ich nach außen blicke, als mit der pessimistischen, bei der ich mich mehr mit mir und meiner eigenen Angst beschäftige.

Oder anders formuliert:

Die Pessimisten wissen genau, warum sie im Moment wenig Geschäfte machen,
während die Optimisten genügend Wege finden, doch zum Zug zu kommen.

 

KULTUhRWERK SALZSTRASSE

INK Institut für Narrative Kunst